Externe Marketingabteilung: Wann lohnt sich eine Agentur gegenüber eigenem Personal?
Marketing selbst machen, eine Stelle besetzen oder eine Agentur beauftragen? Die Antwort hängt von mehr ab als nur dem Budget. Eine ehrliche Gegenüberstellung.

„Wir überlegen, eine eigene Marketingstelle zu schaffen.“ Wir hören das regelmäßig. Manchmal ist es die richtige Entscheidung. Manchmal nicht. Die Wahrheit ist: Diese Entscheidung hängt von deutlich mehr ab als dem Bruttogehalt einer neuen Mitarbeiterin. Und wer nur auf die Zahlen schaut, übersieht die eigentlich relevanten Fragen.
Die Illusion der günstigen internen Lösung
Stellen wir uns folgendes vor: Sie stellen eine Marketing-Mitarbeiterin ein. Bruttogehalt: 45.000 € im Jahr. Klingt überschaubar. Aber dann rechnen Sie weiter:
– Arbeitgeberanteil Sozialversicherung: ~10.000 €
– Arbeitsplatz, Hard- und Software: ~3.000–5.000 €
– Weiterbildungen: ~1.000–2.000 €
– Tools und Lizenzen (Adobe, SEO-Software, Social-Media-Tools): ~3.000–6.000 €
– Krankheitstage, Urlaubsvertretung: Schwer zu berechnen – aber real
Der Gesamtkostenaufwand liegt schnell zwischen 65.000 und 80.000 € pro Jahr. Für eine Vollzeitstelle, die Ihre gesamte Marketingbreite abdecken soll.
Was eine Vollzeitstelle nicht leisten kann
Marketing im Jahr 2026 ist ein breites Feld. Eine einzelne Mitarbeiterin kann nicht gleichzeitig Texterin, Grafikerin, SEO-Spezialistin, Social-Media-Managerin, Google-Ads-Expertin, Event-Planerin und Strategie-Beraterin sein. Und wenn sie das versucht, wird sie in jedem dieser Bereiche mittelgut sein – und in keinem wirklich stark.
Das Spezialistenproblem
Eine gute SEO-Kampagne braucht jemanden, der täglich in diesem Bereich arbeitet. Eine starke Google-Ads-Kampagne braucht jemanden, der die Feinheiten des Systems in- und auswendig kennt. Ein überzeugender Imagefilm braucht Kreativprofis, die ihr Handwerk beherrschen.
Eine Agentur hat diese Spezialisten. Intern muss man sie sich entweder leisten – was teuer ist – oder verzichten – was die Qualität begrenzt.
Das Einzelkämpfer-Risiko
Wenn Ihre eine Marketing-Mitarbeiterin krank ist, im Urlaub – oder kündigt – steht Ihr gesamtes Marketing still. Das ist ein strukturelles Risiko, das viele Unternehmen unterschätzen. Eine Agentur ist davon nicht betroffen: Das Team ist größer als eine Person.
Was eine Agentur bietet – und was nicht
Wir wären keine seriöse Agentur, würden wir nicht auch klar sagen, was eine externe Partnerin nicht leisten kann.
Was eine Agentur besser kann
– Breite Expertise über viele Disziplinen: Strategie, Text, Design, SEO, Ads, Social, Video
– Aktualität: Agenturen sind täglich mit Marktveränderungen konfrontiert – Algorithmus-Updates, neue Plattformen, neue Tools
– Skalierbarkeit: In intensiven Phasen (Kampagne, Relaunch) mehr Kapazität – in ruhigen Phasen weniger
– Außenperspektive: Kein Betriebsblind-Blick, echter Blick von außen
– Messung und Optimierung: Professionelles Reporting und Steuerung auf Basis von Daten
Was intern besser funktioniert
– Spontane, tagesaktuelle Kommunikation (Social-Media-Posts zu spontanen Ereignissen)
– Tiefes Produkt- oder Branchenwissen aus erster Hand
– Direkte Kundennähe und internes Netzwerk
– Unternehmenskultur-Marketing und Employer Branding aus dem Innenleben
Das Hybridmodell: Oft die klügste Lösung
Die Frage muss nicht „Agentur ODER eigenes Team“ heißen. Viele KMUs fahren sehr gut mit einem Hybridmodell:
– **Intern**: Eine Person (oft Junior- oder Medienlevel), die den täglichen Betrieb koordiniert, Inhalte aus dem Unternehmen zuliefert und Ansprechpartner für die Agentur ist.
– **Extern (Agentur)**: Strategieentwicklung, Kampagnenmanagement, SEO, Grafikproduktion, Videos, Google Ads.
So kombinieren Sie die Stärken beider Welten – ohne die Schwächen auf sich zu nehmen.
Woran man eine gute Marketing-Agentur erkennt
Nicht jede Agentur ist gleich – und die Wahl des richtigen Partners ist genauso wichtig wie die Entscheidung für das Modell selbst.
Transparenz über Ergebnisse
Eine gute Agentur misst, was sie tut – und zeigt es Ihnen. Wer keine Zahlen vorlegt, zeigt entweder keine Ergebnisse oder hat keine. Beides ist kein gutes Zeichen.
Klare Kommunikation, kein Agentur-Blabla
Wenn eine Agentur in Erstgesprächen mehr über Tools und Buzzwords spricht als über Ihre Situation und Ihre Ziele – dann denkt sie an sich, nicht an Sie.
Proaktives Denken
Die besten Agenturen kommen nicht nur mit dem, was Sie bestellt haben. Sie kommen mit Ideen, die Sie noch nicht auf dem Zettel hatten. Das ist der Unterschied zwischen einem Dienstleister und einem echten Partner.
Checkliste: Agentur oder intern?
- Wir haben die echten Gesamtkosten einer internen Stelle durchgerechnet.
- Wir wissen, welche Marketing-Disziplinen wir täglich brauchen.
- Wir haben geprüft, welche davon intern abbildbar sind – und welche nicht.
- Wir haben mit mindestens zwei Agenturen gesprochen und Referenzen geprüft.
- Wir wissen, was ein neuer Kunde uns wert ist – und können daraus Akquisekosten ableiten.
- Wir haben eine klare Erwartungshaltung an Reporting und Ergebnis-Kommunikation.
Fazit: Die richtige Frage ist nicht ‚was kostet weniger‘
Die richtige Frage ist: Welches Modell ermöglicht uns das beste Marketing – und was ist gutes Marketing für unser Unternehmen wert?
Wir bei SOWAS VON arbeiten als externe Marketingabteilung für KMUs, die professionelles Marketing wollen, ohne die Komplexität einer eigenen Abteilung. Mit Strategie, Konsequenz und dem ehrlichen Anspruch, Ergebnisse zu liefern – nicht nur Aktivität.